Ironman 70.3 Taiwan

Hallo Zusammen,

das Rennen in Taiwan ist auch geschafft und ich bin schon wieder unterwegs nach Thailand ins nächste Trainingslager!

Aber jetzt schreibe ich erst einmal ein bisschen über mein Rennen in Taitung!

Also, nachdem ich in Subic Bay die Woche zuvor den Anschluss an die erste Gruppe kurz nach dem Start verpasst habe, der Abstand dann während dem schwimmen aber gleich blieb, dachte ich es wäre schlau, einfach den Start-Sprint länger zu halten um so in der Gruppe zu bleiben.

Das war jetzt ein langer Satz und auch ein gute Idee wie ich finde. Aber das Problem war, er ging nicht auf. Eher im Gegenteil. Ich bin los gesprintet und habe sofort gemerkt, dass meine Arme nicht so richtig frisch waren. Trotzdem habe ich versucht mitzuhalten und habe mich dabei einfach etwas übernommen.

Durch diese Aktion habe ich letzten Endes nur Zeit und Kraft verschwendet.  Wäre ich mein normales Tempo geschwommen, wäre ich wahrscheinlich schneller aus dem Wasser. Naja, es war ein Test!

Auf dem Rad lief es dafür aber anfangs umso besser! Die Beine hingen konstant am Gas und ich konnte sehr schnell aufholen.

Ganz vor hat es leider nicht gereicht… Ich bin Anfangs ca. 20 bis 30 Watt über meinem üblichen Wettkampfschnitt gefahren und habe trotzdem stetig Zeit auf die Spitze verloren.

Kurz vor dem zweiten Wendepunkt kam mir dann auch die Erklärung entgegen gefahren.

Ein dickes Motorrad und direkt dahinter die Spitzengruppe. Das hat mir dann schon ziemlich die Motivation genommen mich weiter aufzureiben…

Das war nicht unbedingt das, was ich an einem Sonntag Morgen sehen wollte. Vor allem dann nicht, wenn ich mir gerade mit fast 400 Watt die Augen aus dem Schädel drücke um genau zu diesen Jungs aufzuholen… Schwachsinn!

Das war sportlich nicht ganz die feine englische Art. Ich meine für mein eigenes Rennergebnis war es ganz nüchtern betrachtet wahrscheinlich egal gewesen. Ich wäre spätestens beim Lauf eh aus den Top 5 gefallen. Meine Laufform gibt aktuell noch nicht viel her…

Aber ich war ja nicht alleine unterwegs. Die starken Radfahrer Tim van Berkel und Fredrik Croneborg kassierten mit mir 9:20 Minuten bis zum zweiten Wechsel. Ich meine das ist auf einem flachen 90 Kilometer Kurs schon eine ganze Menge Holz! 9:20 Minuten!! So lange brauche ich frühs nicht mal im Bad! 😉

Wären die beiden ohne Motorpacing und weniger Rückstand auf die Laufstrecke, wäre das Rennen in jedem Fall spannender und vor allem fairer gewesen!

So, das waren meine 5 Cent dazu… genug gemeckert! Im kommenden Jahr passiert das hoffentlich nicht mehr!

Das Rennen an sich ist wirklich super und gefällt mir sehr gut! Auch die Menschen in Taitung sind mega nett und hilfsbereit! Trotz Sprachbarriere bekam ich alles geregelt und bin auch nicht verhungert. Es dauert zwar manchmal etwas länger und ist lustig, aber das macht ja Reisen aus! Wenn man nichts erleben will, bleibt man besser daheim und schaut fern.

Ok, jetzt vom Rad zum unangenehmen Teil – dem Laufen!

Vergangene Woche habe ich meine nicht vorhandene Laufform ja schon sehr offensiv zur Show gestellt und einen knall langsamen 1:33er Halbmarathon auf die Bühne geschlichen!

Mich hat das sehr ernüchtert aber auch sehr motiviert! Dass sich meine Laufform in einer Woche nicht viel verbessern würde, war mir klar. Das einzige was ich verbessern konnte, war meine mentale Einstellung und den Wechsel.

Letzte Woche bin ich ohne Uhr gelaufen. Für eine bessere Selbstkontrolle der Kilometerzeiten bin ich diesmal mit Uhr los. Meine Wunschzeiten konnte ich zwar wieder nur die ersten 3 Kilometer halten, aber ich konnte durch die Kontrolle am Handgelenk auf jeden Fall ein bisschen härter laufen. Zahlen lügen nicht, das eigene Gefühl manchmal schon 😉

Am Ende war ich circa 6 Minuten schneller als vergangene Woche. Das war immer noch nicht mein Wunschergebnis, aber es war allemal schneller!

Achja, meinen zweiten Wechsel habe ich letzte Woche ja auch total verbockt. Diese Woche hatte ich den schnellsten von allen! 😉

Also ihr seht, es geht step by step aufwärts und ich versuche zu verbessern was zu verbessern ist! Ich bin zufrieden wie es gerade läuft!

Die kommenden Wochen bin ich wieder in Thailand und schaue mir bei Ritchie Nicholls, Michael Raelert und Freddie Corneborg das schnelle Laufen ab!

Wie auch immer, ich bleibe dran!

See you soon,

Hannes

Translate »