Challenge Kanchanaburi

Hallo liebe Leser,

ich komme mit leichter Verspätung, aber besser spät als nie! Also heute geht es um mein letztes Rennen, die Challenge Kanchanaburi!

Weil ich zu spät bin, hole ich auch gleich weiter aus! Also, ich bin ja schon seit über 5 Wochen in Thailand. Seitdem ist viel passiert und ich hatte irgendwie nie Zeit zum bloggen… Die meisten von euch haben mich wahrscheinlich sowieso über Facebook und Instagram verfolgt.

Ja ich weiß, es war nicht einfach, meiner Social-Media-Offensive zu entkommen 😉

Zurzeit bin ich wieder im Thanyapura auf Phuket. Hier war ich im Frühjahr schon einmal. Die Anlage ist wirklich der Wahnsinn und perfekt für Triathlon Training ausgelegt!

Diesmal bin ich auch wieder in Gesellschaft von Mr. Hollywood aka Michael Raelert. Langeweile gibt es hier nicht! Was wohl auch die unregelmäßige Bloggerei erklärt…

Sok, noch kurz zu unserem Training vor der Challenge Kanchanaburi:

Wir haben es ziemlich krachen lassen!
Anfangs haben wir erst mal nur die Dauer erhöht. Als wir die Basismeilen dann zusammen hatten, haben wir auch die Intensitätsschrauben angezogen. Dabei war es nie wirklich einfach, das richtige Maß zu finden.
Wenn man in Gesellschaft trainiert und der ganze Tag nur auf Training ausgelegt ist, verliert man relativ schnell das Verhältnis zu dem, was eigentlich normaler Umfang ist.
Im Trainingslager fährt man locker mal 4 Stunden Rad, koppelt dann gleich noch einen Lauf dran und wundert sich dann abends ernsthaft, warum man beim Schwimmen irgendwie müde ist.
Dass es draußen immer über 30 Grad hat und die Luft zum schneiden ist… „Nein, das hat keinen Einfluss auf uns!“ 😉

Fährt man Zuhause mal 4 Stunden Rad, hängt man sich danach eine Medaille um und macht drei Tage keinen Sport mehr!

Das ist jetzt natürlich etwas überspitzt dargestellt, aber in die Trainingslager-Falle tappe ich jedes Mal!
Zuhause hat man noch ein Leben das ablenkt. Im Trainingslager lebt man von Einheit zu Einheit, isst dazwischen was und geht abends nach der Massage und ein bisschen Musik auf dem Balkon ins Bett.
Und was man auch nur schwer einschätzen kann, ist der Einfluss des Wetters. An manchen Tage steckt man die Hitze richtig gut weg. An schwüleren Tagen bekommt man gar nichts so richtig gebacken und fühlt sich dementsprechend faul und langsam.

Irgendwie ist das Training und Leben hier ist schon auch ein sehr interessantes und spannendes Experiment für mich…

Apropos Experiment, ich habe auch mal mit meinem Gewicht etwas gespielt und ein bisschen was an Isolierung abgeworfen. Meine Theorie war, dass ich mit weniger Unterhautfettgewebe besser mit der Hitze klar komme.
Theoretisch mag das so sein… ich habe allerdings eher das Gefühl, dass das Fettgewebe bei mir nicht die große Rolle spielt. Ich glaube bei mir ist es eher so, dass meine Muskeln ordentliche Kühlung von außen brauchen. Und ganz ehrlich, ob da jetzt 1 mm oder 2 mm Fett drüber ist, ist rein für die Optik!

Eventuell bringt es mir was fürs Laufen, wobei sich das auch erst beweisen muss. Auf dem Rad brauche ich Kraft… und für Kraft brauche ich immer auch ein gewisses Maß an Masse.
Keine Ahnung wo so ein Chris Froome zum Beispiel seine Kraft her nimmt. Der Typ besteht aus Knochen, ein paar Venen und das wars… Ich weiß nicht ob seine Sehnen so krass zurückschnalzen, aber wenn die veröffentlichten Watt-Werte stimmen, fährt er in Bereichen wie ich bei rund 10 cm weniger Körpergröße und einfach mal rund 15 kg weniger.

Naja, egal. Ich schweife zu weit aus… Kommen wir zum eigentlichen Thema, der Challenge Kanchanaburi!

Die Challenge Kanchanaburi war hart! Es war sowohl auf dem Rad als auch beim Lauf extrem bergig!
Dazu kam wieder das schwüle heiße Wetter. Aber mein größtes Problem diesmal war, dass ich nicht komplett ausgeruht war.
Normalerweise habe ich vor einer Mitteldistanz rund 2 Wochen in denen ich weniger trainiere. Bei meiner etwas massigeren Statur dauert das eben etwas länger bis alles wieder frisch ist…
Aber dieses Rennen haben wir einfach mal als Test ins Training eingebaut. Ich weiß nicht, ob es für den Körper ein guter Trainingsreiz war, mental war es das aber auf jeden Fall!

Rein von der Kraft war ich schon nach dem Schwimmen und dem ersten Berg am Ende. Der Lauf auf den ich eigentlich gesetzt hatte, stellte sich als reinen Überlebenskampf heraus. Nach super Zeiten aus dem Training habe ich einen Flug über die Strecke erwartet, bekam dann aber einen Adler mit zwei gestutzten Flügeln präsentiert.
Das einzig Gute war, dass ich vom Kopf her immer am Gas hing und nie aufgegeben habe. In der zweiten von drei Runden bin ich bis auf Platz 6 zurückgefallen.
Als das Ergebnis schon entschieden schien, habe ich nochmal alles auf eine Karte gesetzt und mich geschunden als ginge es um den Sieg. Ich habe es auch echt geschafft, die Lücke wieder zu schließen und mich bis ins Ziel ordentlich abzusetzen.

Der 5 Platz war sportlich keine Höchstleistung, aber mein Betonschädel scheint zurück zu sein. Das ist viel wert und ich werde ihn mit in die nächsten Rennen nehmen!

Also, weiter Vollgas und bis bald!

Hannes

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