Ironman 70.3 East London

Hallo Zusammen,

ich schulde euch noch einen kleinen Bericht zu meinem ersten Rennen der Saison in Südafrika!

Momentan ist ziemlich viel los in meinem kleinen Dasein als Mensch und daher laufen einige Dinge etwas hinterher oder bleiben ganz liegen, wie leider auch dieser Blogbeitrag! Sorry dafür!

Südafrika ist mittlerweile wie eine zweite Heimat für mich und so war klar, dass ich meine Saison 2019 wieder vor „heimischem“ Publikum eröffnen wollte. Zum Trainieren war ich sowieso schon vor Ort und das Rennen sollte ein erster Formtest und Abschluss des Trainingslagers sein.

Trainiert habe ich hauptsächlich in Capetown und Stellenbosch. Hier habe ich guten Anschluss an Schwimm- und Radgruppen, was das Training etwas unterhaltsamer gestaltet.

Vor allem habe ich hier aber auch Kontakt zu „normalen“ Menschen, also „Nicht-Triathleten“, die anders als die von Training-Peaks und Strava ferngesteuerten Wahnsinnigen auf den kanarischen Inseln auch über das aktuelle Kinoprogramm oder das Weltgeschehen reden können.

Der letzte Satz ist mit etwas Humor zu nehmen 😉 Aber ohne Spaß, auf den Kanaren oder Mallorca halte ich es nur noch sehr begrenzt aus.

Mittlerweile kommt es mir so vor, als wäre das Training für viele eher ein Religionsersatz und nicht wirklich eine Leidenschaft, die einfach Spaß macht.

Triathlon ist ein sehr egoistischer Sport. Es dreht sich eigentlich alles den ganzen Tag um einen selbst… Bei mir ist das nicht anders! Deshalb sollte man aufpassen, dass man den sozialen Anschluss nicht verliert und als einsamer Egozentriker seine Seele irgendwo zwischen Pulswerten, den letzten Wettkampfergebnissen oder der nächsten Qualichance verliert!

Also bitte liebe Triathleten, werdet mal wieder cool und lasst dieses übertriebene Datensammeln. Reicht doch, wenn Amazon, Google und Facebook das für euch machen 😉

Aber jetzt bin ich abgedriftet. Zurück zum Wettkampf!

Ihr seht, es geht schon wieder nur um mich! 😉

Also ich habe am Western Cape trainiert und bin dann ein paar Tage vor dem Rennen an das Eastern Cape geflogen. Die Tage vor dem Rennen habe ich normal weiter trainiert, weil ich keine Zeit für tapern (also ausruhen) opfern wollte.

Das Rennen startete, wie immer in East London, sehr früh um 6:45 Uhr. Los ging es mit einem etwas verkürzten Schwimmen, da das Meer ziemlich wellig war.

Trotz verkürzter Strecke habe ich meinen Mitstreitern ca. 2 Minuten Vorsprung gegönnt. Das war natürlich nicht geplant. Ehrlich gesagt, habe ich gehofft weniger Zeit zu verlieren, da ich die Wochen zuvor ziemlich hart an meinem Schwimmen gearbeitet hatte.

Auf dem Rad lief es dafür wieder ziemlich gut und ich konnte mit nur 20 Sekunden Rückstand auf Platz Zwei als Dritter in die Wechselzone einbiegen.

Im TV Interview vor dem Rennen habe ich angekündigt, dass mir Bunkers Hill (ein hässlicher Berg auf der Laufstrecke, der 2x zu überwinden ist) nichts anhaben wird. Das Versprechen konnte ich halten. Ich hatte keine Krämpfe wie bei meinem letzten Start, dafür musste ich aber eine Dixi- Pause einlegen.

Die Götter scheinen mir einen Erfolg in Südafrika nicht zu gönnen! Die Ausgangslage war noch nie so gut wie in diesem Jahr, aber naja, let’s call it Dixi!

Das ist etwas, das mich am Triathlon extrem nervt, aber irgendwie auch fasziniert… du hast nur diesen einen Tag und da muss alles stimmen.

Ich wurde am Ende 8ter. Das ist jetzt schon alles in Ordnung für Januar. Aber ich werde schauen, dass ich mir beim nächsten Rennen keine Pause auf dem stillen Örtchen gönnen muss.

In diesem Sinne, ein stilles schönes Wochenende!

Hannes

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