Ironman Südafrika hinter den Kulissen

Hallo Zusammen,

heute berichte ich euch über das Leben hinter den Kulissen der Canyon Crew beim Ironman Südafrika!

 

Ich bin schon den ganze Winter über in Südafrika und bleibe auch noch bis Donnerstag in Port Elizabeth um mich hier auf die Saison vorzubereiten. Am Ironman wollte ich dieses Jahr nicht teilnehmen. Also hatte ich Zeit, Liaison Manager Stefan Keul über die Schulter zu schauen und die Canyon-Athleten Boris Stein und Bas Diederen zu supporten.

Die Woche vor dem Rennen war etwas seltsam für mich. Die Schilder für den Ironman waren schon alle auf der Radstrecke angebracht und mein Training fühlte sich an, als wäre taper-week… Nur mit mehr Training! 😉

Mein Leben als Helfer begann am Freitag mit der Pressekonferenz. Hier traf ich Stefan, Boris und Bas das erste Mal. Nach der Pressekonferenz besprachen wir das Prozedere für die nächsten Tage und verabredeten uns für den späten Nachmittag, um Boris Speedmax den letzten Schliff zu verpassen.

Als wir in Boris B&B ankamen, lag schon die typische Vorwettkampfspannung in der Luft.

Boris war sehr fokussiert aber trotzdem entspannt. Ein gutes Zeichen! Wir wollten nicht lange stören, also legte Stefan gleich mit seinem Check up los. Er justierte die Schaltung nach, baute die Hinterrad-Scheibe ein und montierte noch eine spezielle behandelte Wettkampf-Kette.

Stefan ist glaube ich der routinierteste Radmechaniker den ich kenne. Das hilft als Athlet ungemein, denn Sorgen um sein Rad muss man sich bei ihm definitiv keine machen!

Nach einer kurzen Probefahrt durch Boris machten wir uns wieder auf den Heimweg. Damit war der Freitag soweit geschafft.

Am Samstag hatten wir als Helfer relativ wenig zu tun. Wir begleiteten Bas und Boris beim Check in, machten ein paar Bilder und gingen dann früh ins Bett. -Um dieses am nächsten Morgen viel zu früh wieder zu verlassen!

Mein Wecker klingelte schon um 5:30 Uhr. Das frühe Aufstehen blieb leider auch als Supporter nicht aus… einzig das Frühstück war nicht so wichtig. Zum Essen war später auf der Radstrecke noch genügend Zeit!

Der Schwimmstart war einfach geil! Ich glaube das ist für jeden der Wahnsinn!

Über dem Wasser kreisten die Helikopter, auf dem Wasser die Begleitboote und am Strand standen die Profis bereit für den Startschuss.

Die Athmospäre war elektrisierend und mit dem Startschuss drehte meine Herzfrequenz auf, also müsste ich selbst ins Meer sprinten!

Ich musste dann erst mal ein bisschen herumlaufen um meine Nervosität wieder in den Griff zu bekommen. Dafür hatte ich genau 49:37 Minuten Zeit, dann kam Marko Albert als Erster aus dem Wasser. Bas war mit 49:47 Minuten dirket an ihm dran. Abstände durchgeben war also überflüssig.

Wir warteten noch auf Boris, der nach 54:24 Minuten aus dem Wasser kam und rannten dann schnell zu unserem Auto um möglichst vor allen anderen auf der Radstrecke zu sein.

Wir platzierten uns vor einem Farmstall, der ca. 30 km von der Wechselzone entfernt ist. Wir kamen genau rechtzeitig vor den ersten Profis an. Auf dem ersten Streckenabschnitt tat sich nicht viel. Marko Albert lag in Führung, Bas direkt auf zwei. Boris passierte ebenfalls mit gleichem Abstand. Alles gut! Also Zeit für uns, den Farmstall um einige Tassen Kaffee zu erleichtern, bis die Jungs nach der Wende wieder vorbei kamen.

Meinen südafrikanischen Trainingskollegen Shane habe ich noch als Fotografen eingespannt. Er schoss Bilder, wir brüllten Abstände zu und diskutierten im Anschluss, wer wie frisch aussah.

Diese Prozedur wiederholten wir dann bei der zweiten Radrunde und fuhren dann wieder zurück an die Laufstrecke.

Bas kam mit 1:20 Minuten Vorsprung vom Rad, sah ziemlich frisch aus und grinste uns zu. Wir als Team waren sehr optimistisch! Bas ist dafür bekannt, den Lauf ziemlich unbeeindruckt abzuspulen.

In Runde Zwei wurden wir allerdings etwas nervös. Man sah ihm an, dass etwas nicht stimmte. Runde drei erinnerte dann schon sehr an meinen Lauf vom letzten Jahr. Er musste öfters stehen bleiben oder konnte nur gehen. Er hatte heftige Magenprobleme, entschloss sich aber trotzdem, das Rennen zu finishen.

Den Lauf in Führung liegend zu beginnen und dann wegen Magenproblemen ausgebremst zu werden ist natürlich das Schlimmste für jeden Athleten.

Das ist aber auch das faszinierende an jedem Ironman Rennen. Bis zum Ende ist alles möglich und man startet immer ohne Garantie für ein Happy End!

Bas hat sich trotz allem nicht unterkriegen lassen und wird beim Ironman Frankfurt zeigen, dass es auch anders geht!

Besser lief es am Sonntag für Boris Stein. Mit dem fünften Platz hat er seine Hawaii-Qualifikation schon sicher und kann sich über den Sommer in aller Ruhe auf Kona vorbereiten.

Ich wünsche beiden alles Gute für die weitere Saison und verbleibe mit besten Grüßen!

 

Hannes

 

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