The Jungle-Blog

Hello Ladies and Gentlemen and Welcome to the Jungle!

Heute kommt Blog Nummer Zwei meiner Südamerika Reise. Diesmal direkt aus dem Dschungel! Dschungel ist eigentlich das falsche Wort, wir müssen hier schon umschwenken auf Englisch und ‚Jungle‘ verwenden. Immerhin nerve ich euch schon seit über einem Jahr mit regelmäßigen ‚Welcome to the jungle‘-Instagram-Posts oder Gesängen wie:

„You know where you are??? You’re in the junggle baby… Wake up! Time to diiiiiiiiiiieeee!!!!“ (Diesen Absatz möchte ich meiner Freundin Lissy widmen, sie weiß warum.) 🙂

Für alle die es nicht wissen, „Welcome to the jungle“ ist ein Song von Guns and Roses und beschreibt im Grunde unser Leben. Der ganz normale Wahnsinn, aus dem man lebend nicht rauskommen wird und es deshalb leben sollte wie man es für richtig hält…

Damit sind wir auch gleich beim Thema: Ich bin jung, lebe über dem Limit und brauche Geld für die nächste Textil- Kollektion die in den Startlöchern steht! Also schaut mal bitte auf www.tri-jungle.com vorbei und bestellt euch was Schönes!
Es ist ja bald auch Weihnachten und ihr wisst eh wieder nicht, was ihr verschenken sollt… über ein Jungle-Radtrikot freut sich JEDER! (ja, auch deine Oma!)

Ich weiß, Werbung nervt. Deshalb geht es jetzt auch direkt los mit dem eigentlichen Bericht. Sorry! …aber bestellt trotzdem! NOW!! 😉

Ok, jetzt wirklich. Also ich hatte ja schon über das Rennen in Buenos Aires berichtet und auch erzählt, dass ich aufgrund von ALLEM erst einmal keine Rennen mehr auf südamerikanischem Boden machen werde.

Das Leben ist mehr als nur Triathlon und ich bin in Südamerika. Da kam mir der Gedanke:

„The Jungle is calling baby!“.

„Wenn’s called, muss man auch hingehen!“, besagt das alte deutsche Sprichwort und so folgte ich brav dem Ruf der Wildnis!

Mein Gastgeber Jan hat mir die Wasserfälle in Iguazu als Ausflugsziel empfohlen.
Da Jan ein cooler Typ ist, der sein eigenes Bier (nach deutschem Reinheitsgebot) in seiner Gartenlaube braut, wusste ich, dass ich ihm zu 100% vertrauen konnte.

Also habe ich mir schnell ein Hotel und einen Flug gebucht. Zwei Tage später sollte es losgehen!
Die Anreise bis zum Flughafen in Iguazu verlief problemlos.
Erst als ich dem Taxifahrer meine Hoteladresse gab, hat er etwas verdutzt geschaut und etwas von Paraguay gegrummelt.

Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, eigentlich nur: „Hä, was labert der jetzt von Paraguay?!“, und bin eingestiegen.

Wir sind dann über die argentinische Grenze nach Brasilien gefahren und dort dann immer weiter, bis wir in einem Stau zum stehen kamen.
Weil ich mich mit dem Fahrer nicht unterhalten konnte, habe ich ein bisschen auf meinem Handy gespielt und in den Emails die Hotelbuchung gefunden.
Die Adresse des Hotels war tatsächlich in Paraguay. Ich habe mir die Lage dann auf Google Maps angeschaut und daraufhin beschlossen, dass ich in diesem Hotel nur eine Nacht bleiben werde.

Für meine Geographiekenntnisse hat sich der Trip also schon gelohnt! Denn sollte ich jemals bei einer Quizshow teilnehmen und zufällig gefragt werden, in welchem Dreiländereck die Iguazu Wasserfälle liegen, kann ich bis ans Ende meiner Tage, – auf Knopfdruck und wie aus der Pistole antworten:

Argentinien, Brasilien und Paraguay!

Außerdem weiß ich jetzt auch, dass man bei Hotelbuchungen im Internet nicht einfach den Ort eingeben und irgendetwas buchen kann, ohne vorher noch einmal die genaue Lage zu checken!
Bei Buenos Aires war mir das klar, aber dass ein Ort wie Iguazu auch Hotels im Umkreis von 100 km anzeigt… war ungünstig!

Die erste Nacht auf der paraguayischen Seite des Río Paraná verlief unspektakulär. Ich habe Stunden damit verbracht, mir das perfekte Hotel in DIREKTER Nähe zu den Wasserfällen zu buchen und bin ins Bett. Am nächsten Morgen ging es mit dem Taxi wieder rüber nach Brasilien und ab in den Iguazu Nationalpark!

Den ersten Tag habe ich damit verbracht, komplett alle Aktivitäten abzuarbeiten, die angeboten wurden!
Es war der absolute Wahnsinn! Ich habe noch nie etwas so beeindruckendes gesehen, wie diese monströsen Wasserfälle!
Ich musste mir kurz vorstellen, was passieren würde, wenn der liebe Gott mal kurz die Leitungen abstellt… dann wäre vorbei mit selfie machen! 😉

Nein, – ohne Spaß! Wer die Gelegenheit hat um sich dieses Weltwunder einmal live anzuschauen, sollte das unbedingt tun!

Ich bin alle Trails abgelaufen, mit dem Boot direkt unter die Wasserfälle gefahren (nehmt euch besser eine Badehose mit) und mit dem Zug durch den Dschungel gebummelt.
Scheinbar war ich zu sehr fasziniert. Denn als ich abends an der Bushaltestelle wartete, um wieder abgeholt zu werden, kam kein Bus mehr.

Außer Mr. Moldan war hier auch sonst keine Menschenseele mehr. Es war sehr ruhig.

Nach 30 Minuten habe ich auf meinem fast leeren Handy geschaut, wie weit es bis zum Ausgang war. Ich hatte noch 3% Akku und 12 km Fußweg.

Mein erster Gedanke war : „-Kein Problem. 12 Kilometer, das dauert dann ca. 1 Stunde, wenn ich im Grundlagenausdauerbereich nach Hause jogge.“.
Mein zweiter Gedanke war: „Normale Menschen würden jetzt die Nerven verlieren und die 3% Rest-Akku nutzen um einen Notruf abzusetzten. Verdammt, du bist ein ziemlich verstrahlter Triathlet!“. 😉

Ich habe ein Samsung Handy. Bei Samsung ist die Besonderheit, dass 3% Akku ungefähr so lange halten wie 0,2% bei Apple. Was heißen soll, dass mein Handy nach dem Google Maps Distanz-Check sofort gestorben ist. Die Option mit dem Notruf hatte ich also eh nicht mehr und ich lief los.

Ich kam immer wieder an Schildern vorbei, die einen Jaguar zeigten und den Text: „Please slow down for the Animals!“.

– Bin ich bescheuert? Soll ich den Jaguar auch noch fragen in welcher Soße ich mich wälzen soll bevor er mich frisst?! – Ich wurde nervös.

Ich bin groß und stark. Aber die Motivation, Fleisch für die ganze Familie erlegen zu können, ist bei einem Jaguar womöglich größer als die Furcht vor meinem eher kümmerlichen Bizeps…

Ich lief und lief… und dann passierte, was man in solch haarsträubenden Situationen nie gebrauchen kann: Ich musste pinkeln.

Mir kam der Songtext von ‚Welcome to the Jungle‘ in den Kopf… ‚uuuuhhh, I wonna watch you bleed!‘

Dieses Lied könnte auch von einem Jaguar geschrieben worden sein! Ein Song über sein Abendessen…

Ich beeilte mich… „verdammt Junge, wie viel hast du getrunken? Du bist kein Wasserfall! Hör jetzt auf! Du musst weiterlaufen“.

Naja, irgendwann war ich fertig und ich setzte meine Flucht fort… Aber um diese Geschichte nicht noch weiter zu dramatisieren und um zu einem Ende zu kommen: Nach einer Weile kam zufällig ein Taxi vorbei und nahm mich mit. 😉

Also ihr seht, der Dschungel war Spannung, Spiel und Spaß und eine sehr willkommene Abwechslung zu der chaotischen Woche zuvor in der Großstadt!
Ich konnte die Seele ein bisschen baumeln lassen, Energie tanken und freue mich jetzt schon, wenn es Zuhause wieder richtig rund geht!

Bis zu meinem Rückflug erkunde ich jetzt noch die schönen Ecken von Buenos Aires (soll es ja geben) und werde mit Jan noch mindestens ein selbstgebraute Bier trinken.

Also macht es gut und bis bald!

Hannes

PS: Sollte euch meine Blogs gefallen, freue ich mich immer übers teilen und Feedback.
Rock on Gunners!

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